Am Freitag, den 21.06.2002, ging es endlich los. Die geplante Abfahrt hat sich von 17 Uhr um 38 Minuten verschoben, da mal wieder ein leichtes Chaos beim beladen des Busses und beim Überprüfen der Personalien herrschte, aber besser als wenn wir dann an der Grenze nicht weiter können, da einem der Ausweis fehlt oder so.
Der Bus war ein klimatisierter Reisebus mit mehr als genug Sitzplätzen (einige hatten also zwei Plätze). Die Busreise war lang und nicht sehr abwechslungsreich. Natürlich gab es alle zwei Stunden eine zwanzig Minuten Pause. In der Nacht haben viele auf den Sitzen und einige auf dem Boden versucht zu schlafen.
Am nächsten Tag sind wir in Genua auf eine Fähre umgestiegen. Das war so ein richtig großes Schiff mit neun Decks, wo wir auch unseren Bus mitnehmen konnten (wir brauchten den ja noch) und wo wir uns auch gelegentlich verlaufen haben. Das war das letzte Mal, dass wir so etwas wie Luxus zu spüren bekommen haben. Die Fahrt dauerte rund 4,5 Stunden und anschließend sind wir noch mal ca. vier stunden quer über die Insel von der Ost- zur Westküste gefahren.
Die Insel ist landschaftlich schön mit viel grünem Wald und einer Menge Hügel und Berge. Das Wasser ist relativ klar und warm, aber im Vergleich zur Luft sehr erfrischend. Es herrscht also typisches mediterranes Klima mit der dazugehörigen Vegetation vor.
Als wir dann 17:56 Uhr auf unserem Zeltplatz in „La Liscia“ angekommen sind, mussten wir erst mal unser Gepäck einen ziemlich langen und steilen Berg hoch schleppen. Oben angekommen, wurden die verschiedenen Zelte verteilt. In den Zelten waren jeweils zwei Schlafkabinen für je zwei Personen, also ein vier Personenzelt. Als Untermieter gab es hauptsächlich Ameisen in allen Größenordnungen, aber sonst auch eine Menge Krabbelgetier, wie zum Beispiel Eidechsen. Ab und zu gibt's auch ein paar Mücken und jede Menge Fliegen, aber die stören nicht so sehr.
Am Abend gab's dann das erste Mal eine gemeinsame Mahlzeit (Schnitte mit Brot, ähh Käse und Wurst) und es wurden ein paar organisatorische Dinge geklärt. Danach ging.s zum ersten Mal an den Strand. Da es aber schon Dunkel war und es ziemlich schnell kalt wird, sind wir nicht so sehr weit ins Wasser gegangen, also nur bis zu den kurzen Hosenbeinen. Um zum Strand zu kommen müssen wir erst durch zwei Orte gehen und rück zu müssen wir immer den steilen Berg hoch. Aber oben angekommen sind dann gleich die Duschen, welche auch oft in Anspruch genommen wurden. Als wir dann also vom Strand zurückwaren, sind wir kurz nach Mitternacht alle schlafen gegangen und es war eine echte Erholung im Gegensatz zu der Nacht im Bus.
Nach dem Frühstück gab's dann die erste Einführung in das Rüstzeitthema „Alles hat seine Zeit“ und wir haben alle mal unsere Namen gesagt, aber ich konnte mir kaum welche merken.
Danach ging.s an den Strand und dort haben wir dann viel Zeit im Wasser beim Schwimmen oder Volleyball spielen verbracht.
Zum Mittag gab es die Möglichkeit zum Essen ins Camp zu gehen. Es gab Linseneintopf.
Zum Kaffeetrinken hat jeder eine Tasse mit dem Logo und dem Motto der Rüstzeit bekommen und es gab Kuchen. Zum Abendbrot gab's die Reste vom Mittag als Vorsuppe und Tortelinie mit Käsesoße als Hauptgericht und Aprikosen als Nachspeise. Danach haben wir uns in unserem mitgebrachten Freilichtkino „Natürlich Blond“ angesehen und anschließend gab's noch Tagesschluss.
Da wir ja alle unbelehrbar sind, haben wir uns am Strand natürlich wunderbar verbrannt, so dass wir „anzkörperkrebsrot“ waren und dies nur die erste Nacht war in der wir versuchten eine einiger Massen bequeme Liegeposition zufinden um unseren Sonnenbrand zu entlasten.
Am nächsten Tag ist erstaunlicher Weise so gut wie keiner an den Strand gegangen. Woran das wohl liegen mag?
Zum Mittag gab's nur Salat und danach haben sich einige ein schattiges Plätzchen gesucht und Siesta gemacht.
Nach dem Abendbrot gab es einen sehr interessanten Vortrag von Torsten zum Thema „Zufall“ unter wissenschaftlichen Aspekten und solchen des Glaubens.
Nachdem wir noch den Film „Was Frauen wollen“ angesehen haben sind viele schlafen gegangen.
Am nächsten Tag nahm ein Teil unserer Gruppe an ein 50-Kilometer-Fahrrad-Tour teil (Wer's braucht)
Zum Abendbrot haben wir heute mal gegrillt. An diesem Abend ist auch noch eine Gruppe aus Ostfriesland mit einer ganzen Menge jüngeren Leuten angekommen und wir haben sie dann gleich mal zu einem Volleyballspiel herausgefordert. Als es dunkel wurde und wir den Ball nicht mehr sehen konnten, stand es 1:1. Wir haben aber auch mit 8:8 Personen auf einem viel zu kurzen und viel zu breiten Spielfeld gespielt. Danach wurden noch ein paar Lieder in geselliger Runde gesungen und es flossen auch einige Liter von diesem roten und weißen Getränk, wodurch die Stimmung auch ziemlich lustig war.
Am nächsten Vormittag hat der Torsten mal wieder ein Thema gehalten, in welchem es um „Entscheidungen“ mit Hilfe der „7 G-Punkte“ (Gebet, Grips, Gottes Wort, Gemeinschaft, Gespräch, Gewissen und Gewissheit) ging. Zum Mittag gab's wieder die Reste vom letzten Essen und dazu noch Joghurt, Apfel und eine Nektarine. Am Nachmittag war wieder faulenzen angesagt.
Nach dem Kaffeetrinken sind wir mal wieder an den Strand gegangen, haben uns gesonnt, gebadet und den Roberto im Sand vergraben, aber so richtig total und voll und ganz vergraben. Er hatte eine Taucherbrille auf und einen Schnorchel, welcher als einzigstes rausguckte und ihn mit Luft versorgte, im Mund.
Abends gab's Spaghetti und Apfel und danach noch etwas Volleyball bis wir uns ein paar peinliche mit Digitalkamera aufgenommen Szenen der vergangenen Tage und anschließend noch den Hauptfilm „Dracula - Tot aber glücklich“ angesehen haben.
Am nächsten Tag hieß es Kreativität beweisen. Wir wurden alle in sechs Gruppen aufgeteilt. Später sollte am Strand dann ein Sandburgen-Wettbewerb stattfinden. Nachdem wir alle unsere Kunstwerke aus Sand und anderen auffindbaren Materialen an den Strand gezaubert hatten, wurde eine Jury aus je einem Mitglied jeder Gruppe gebildet, welche dann die Kreationen nach den Kriterien Größe, Kreativität und Detailgenauigkeit bewerten musste.
Am Abend gab's mal wieder Gegrilltes und natürlich noch ein paar Spaghetti vom letzten Essen. Nach einigen sinnlosen Ratespielen und dem Tagesschluss sind wir schlafen gegangen.
Da das Wetter am nächsten Tag nicht ganz so sonnig war, haben wir vormittags erst ein wenig Volleyball gespielt.
Nachmittags sind wir nach Ajaccio, der Hauptstadt Korsikas, gefahren. Dort haben wir uns dann in Kleingruppen aufgeteilt und sind etwas durch die Stadt geschlendert. Um 20 Uhr sind wir dann alle gemeinsam in eine Pizzeria gegangen. Danach sind einige zum Strand, andere noch ein wenig shoppen gegangen und eine kleine Gruppe, in der ich auch war, durfte sich mit einer Funke alleine auf die Socken machen.
Der nächste Tag war weniger ereignisreich. Torsten hat mal wieder ein Thema gemacht, diesmal zur Gründung der Heilsarmee.
Den nächsten Tag reicherte Tobias mit einem Vortrag zum Thema „Geduld“ an, der wirklich unsere Geduld erforderte.
Zum Mittag gab's Wiener mit Baguette und Apfel und anschließend haben wir aufmerksam dem Finale der Fußball-WM über Radio verfolgt.
Am Abend durfte Daniel abwaschen. Er hat nämlich ohne Erlaubnis die Küche betreten und jeder der dabei erwischt wird und nicht zum Küchenpersonal gehört, darf bei der nächsten Mahlzeit abwaschen. Pech für die Kuh Elsa :o) Danach hatten wir unseren Bunten Abend. Am Anfang haben wir die „Reise zum Mond“ gespielt, anschließend gab's eine Runde „Dingsda“, bei der Krolli und Sandro sich als Kinder verkleidet und irgendwelche Begriffe erklärt hatten. Zum Schluss wurde noch ein Theaterstück mit Hilfe von allen aufgebaut.
Da Tobias an diesem Tag Geburtstag hatte, gab.s nach dem Tagesschluss noch etwas Traubensaft.
Am nächsten Tag war eine kleine Gruppe von uns zu Pferd unterwegs. Abends haben wir uns dann „Mädchen Mädchen“ angesehen.
Am Mittwoch Abend haben wir alle an einem Salsa-Tanzkurs teilgenommen. Torsten wusste nicht, wo man eine Frau anfasst und hat so bereits nach wenigen Minuten aufgegeben. Wie wir später erfahren haben, hatten die Verantwortlichen vergessen in dem kleinen Tanzkeller die Klimaanlage anzuschalten, so dass wir alle triefend nass da rauskamen.
Am nächsten Tag mussten wir unsinniger Weise eine halbe Stunde eher aufstehen, aber das Frühstück stand trotzdem erst zur üblichen Zeit auf dem Tisch. Anschließend sind wir mit dem Bus zu einer Schlucht gefahren und sind in diese abgestiegen bis wir am Fluss waren. Dort haben wir eine Stunde mit Mittagessen und baden verbracht, aber das Wasser war nicht gerade sehr warm, obwohl wir immer versucht haben uns einzureden: „Das Wasser ist warm! Das Wasser ist WARM!!“. Dann sind wir noch etwas flussabwärts gelaufen und haben wieder für eine Stunde Badepause gemacht. Danach ging.s wieder raus aus der Schlucht, aber wir mussten nicht so weit hoch, wie wir abgestiegen waren und wurden dort von unserem Bus abgeholt und zurück zum Camp gefahren.
Vor dem Frageabend waren wir noch in der Camp-Pizzeria, wo wir nur drei Pizzen zur Auswahl hatten.
Nach dem Frageabend wurde schließlich der Film „Sleepy Hollow“ angeboten. Es war sozusagen unser Abschlussfilm.
Am nächsten Tag hieß es schließlich Sachen packen. Gegen 18 Uhr wurden die Zelte abgenommen. Da aber die nachfolgende Gruppe abgesagt hatte, durften wir unsere Sachen in den Zelten lassen und konnten auch die Nacht noch einmal dort verbringen. Etwa die Hälfte der Gruppe hat am Strand geschlafen und ein Großteil der Zurückgebliebenen hat es sich unter freiem Himmel im Camp gemütlich gemacht, während nur einige wenige im zelt geschlafen haben.
Am nächsten Tag wurde schließlich noch kurz vor Aufbruch Sachen „versteigert“, so zum Beispiel Handtücher, Essgeschirr oder T-Shirts.
Bei unserer Überfahrt nach Genua waren wir so gut wie alleine auf der Fähre. Einige legten sich auf den Sofas hin oder man konnte irgendwelche Filme auf Italienisch ansehen.
Die Nacht im Bus war wirklich grausam. Wenn man mal eine einigermaßen bequeme Schlafposition gefunden hatte, machten wir eine Pause und wir wurden allesamt aus dem Bus gescheucht. Und da soll man einen gesunden Schlaf haben?!
Schließlich kamen wir am Samstag, den 06.07., gegen 11 Uhr in Chemnitz an und ein jeder freute sich schon auf sein Bett.
Dieser Text wurde von Juliane geschrieben


